Mittwoch, 11. Februar 2015

Die Mädchenküche kocht zusammen #1: Curry
Grüne Bohnen-Curry mit Süßkartoffel und Cashewkernen


Irgendwie habe ich mir das alles ganz anders vorgestellt. Seit zwei Stunden sitze ich auf einem Hocker vor einem Bildschirm, um mich herum weinen Kinder. Menschen tragen gelbe Plastiksäcke. Neben mir zischt eine Frau ihrem Mann zu: „Hör auf, die Leute gucken schon!“. Auch die beiden haben sich alles anders vorgestellt.
Diesen Satz, den ich in letzter Zeit sehr oft gehört habe, „Voll schööön! Dann könnt ihr euch ja gemeinsam eine ganz tolle Küche aussuchen!“ habe ich noch im Ohr, während ich einen Schluck Kaffee aus meiner inzwischen dritten Tasse aus dem Restaurant des Möbelhauses trinke und mein Freund neben mir  auch noch die siebte Steckdose unserer Küche richtig auf dem Küchenplanerformular platziert.  

Manchmal bin ich ganz schön naiv. In meiner Vorstellung  schlendern wir Händchen haltend mit unserer online grob vorgeplanten Küche durch die Küchenabteilung, sehen dort unsere Wünsche bestätigt, drücken die Küchenmaße einem freundlichen Mitarbeiter in die Hand, der uns innerhalb einer Viertelstunde eine spitzenmäßige und optimal zu nutzende Küche plant, die in der kommenden Woche geliefert wird. Bis auf den freundlichen Mitarbeiter ist nichts davon wahr.

Natürlich wollten wir keine weiße Hochglanzküche. Während wir jetzt die ersten Schränke unserer weißen Hochglanzküche auf dem Formular hin und her schieben, bestätigen wir uns noch einmal gegenseitig, wie praktisch das ist und man kann schließlich auch die Wände grau streichen und ist so gestalterisch ja viel flexibler.
Irgendwann als die weinenden Kinder weniger werden, ist die Küche fertig. Hach, endlich. Wir gehen die Küche noch einmal durch, um zu schauen, ob wir genug Stauraum eingeplant haben: Töpfe, Pfannen, Essbesteck, Kochbesteck, Müll, Backformen, Teller, Tassen, Gläser, Putzzeug – achso. Lebensmittel. 

Nach 3,5 Stunden haben wir die Küche. Also auf dem Papier und im Warenkorb. Die drei supernetten Mitarbeiter  der Küchenabteilung winken uns nach, als wir Händchen haltend davon schlendern. als wir schlurfend und ohne miteinander zu reden hinunter ins Erdgeschoss gehen, um unseren Einkaufszettel abzuarbeiten. Irgendwie habe ich mir das alles ganz anders vorgestellt.

In meinem Kopf geht immer alles schnell und leicht. Außerhalb dann doch eher meistens nicht. Was aber wirklich einfach und schnell geht, ist dieses Grüne Bohnen-Curry. Ein Gericht, das sich auch auf einer Herdplatte, die auf einer ehemaligen Schreibtischplatte auf zwei Böcken steht, problemlos kochen lässt.


Zutaten für vier Portionen Grüne Bohnen-Curry mit Süßkartoffel Cashewkernen

400g grüne Bohnen (frisch oder TK)
etwa 300g Süßkartoffel
100g Cashewkerne geröstet und gesalzen
1 Dose Kokosmilch
250ml Gemüsebrühe
20g Ingwer
1 Schalotte
2 EL gelbe Currypaste
½ Chilischote oder getrocknete Chiliflocken
etwas gehackte Petersilie oder Koriander
Salz und Pfeffer
Öl zum Braten

Die Süßkartoffel schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Schalotte feinhacken und in etwas Öl glasig anschwitzen. Mit Brühe ablöschen und die Süßkartoffel darin bissfest garen. Die Bohnen, Kokosmilch, Currypaste und den ebenfalls feingeschnittenen Ingwer hinzugeben und 20 Minuten bei geringer Temperatur köcheln lassen, bis das Curry eine sämige Konsistenz hat. Ich mag es gerne, wenn die Cashewkerne noch etwas knackig sind, darum gebe ich sie jetzt erst kurz vorm Abschmecken dazu. Wer mag, kann nun Chiliflocken oder etwas gehackte, frische Chili dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – vorsichtig mit dem Salz umgehen, da die Cashewkerne ja bereits gesalzen sind. Zum Schluss frischen Koriander oder Petersilie ins Curry geben und zum Beispiel mit Reis servieren.
Die Töpfe in der Mädchenküche brodeln heute sozusagen gemeinsam, denn bei uns allen findet ihr heute tolle Curry-Rezepte mit Hülsenfrüchten:

Bei Franzi gibt es ein Kichererbsencurry, ebenso wie bei
Maja, hier aber ein Kichererbsencurry, mit Tomaten und Koriander.
Ramona kocht ein Hülsenfrüchte Curry und
Simone ein Kichererbsencurry mit Chinakohl.
Bei Ilona findet ihr ein Curry mit Beluga Linsen.
Sibel kocht für euch ein Rosenkohl-Erdnuss-Curry.
Bei Christina gibt es ein Curry aus roten Linsen und bei
Sam ein Linsen-Dinkel-Curry.
Eure eigenen Hülsenfruchtkreationen könnt ihr ab dem 12.02. bei Franzi im Gemüseregal posten, wir teilen eure Rezepte dann auf der Mädchenküche-Facebookseite.

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Freitag, 6. Februar 2015

Die Mädchenküche kocht #1: Winterminestrone

Zum letzten Mal diesen Weg zur Arbeit fahren, zum letzten Mal Hefezopf in der Lieblingsbäckerei kaufen und zum letzten Mal Chips im Bett essen.
Zum ersten Mal zwischen Umzugskisten auf dem Boden sitzen und noch die letzten Käsereste aus dem Pizzakarton kratzen, zum ersten Mal gemeinsam eine Küche kaufen und zum ersten Mal einen neuen Lieblingsplatz finden.

So schade es ist, die alten, gewohnten und lieb gewonnenen Dinge und Orte zurückzulassen, ist es doch viel aufregender, sich auf all das Neue zu freuen. Und endlich zuhause zu sein. Seit ich bei meinen Eltern ausgezogen bin, wusste ich, dass meine Studentenwohnheim- und WG-Zimmer  für eine begrenzte Zeit so etwas wie ein Zuhause sein würden, alles provisorisch und mehr praktisch als schön. So auch hier in meiner Wohnung Stuttgart. Bis jetzt. Jetzt soll es ein Zuhause werden. Zu zweit (mit ihm!). Voll erwachsen.
Zuerst ohne Küche, mit nur einer Herdplatte. Zur Einstimmung auf diese Eineherdplattenzeit habe ich ein Suppenrezept mitgebracht. Und noch ein Zum ersten Mal: Das ist mein erstes Rezept zum ersten Motto der Mädchenküche: Hülsenfrüchte! 

Wintergemüseminestrone Suppe Rezept Winter Soulfood vegan Mädchenküche Holunderweg18 Foodblog


Die Mädchenküche sind Mone von Leckerbox, Ilona von No Fastfood Today, Maja von Moey´s Kitchen, Christina von Feines Gemüse, Franzi vom Wo geht´s zum Gemüseregal? und Sibel von Insane in the Kitchen, Samira von Die vegetarisch-delikate Kochwelt und ich. Wir haben uns zur Mädchenküche zusammengetan und kochen alle drei Monate zu einem Thema je ein Rezept. Wenn du Lust hast mitzumachen: Wir sammeln bei jeder Runde auf einem Blog Rezepte zum jeweiligen Thema von euch. In Runde 1 werden eure Hülsenfruchtrezepte im Gemüseregal gesammelt.

Wintergemüse ist so eine Sache. Vielen zu erdig, zu omamäßig, zu langweilig oder nicht schön genug anzuschauen. Ja, aber: Lecker! Vier Sorten etwas feinere süße Gemüsesorten mit herberen Zeitgenossen und  weißen Canellinibohnen ergeben eine astreine Soulfood-fast-wie-ein-Italienurlaub-Minestrone.
Ihr könnt bei diesem Rezept auch andere Wintergemüsesorten verwenden, aber achtet darauf, dass auch würziges Gemüse, wie Petersilienwurzel oder Sellerie dabei ist, damit die Suppe nicht allzu süßlich wird.
Wintergemüseminestrone Suppe Rezept Winter Soulfood vegan Holunderweg18 Foodblog Mädchenküche

Für drei Portionen Wintergemüseminestrone benötigt ihr:
(Die Gewichtsangaben sind eher Richtwerte. Gebt einfach etwas mehr Wasser und Gemüsebrühe hinzu, solltet ihr größere Möhren, Rüben, ... verwenden)

200-250g Möhren
etwa 150g Navetterübe (andere Rübensorten wie Steckrübe gehen natürlich auch)
150g Petersilienwurzel
150g Mangold
1 Lorbeerblatt 
etwas Salz, Pfeffer
Canellini-Bohnen (entweder eine 400g-Dose oder 200g getrocknete, diese müssen dann über Nacht einweichen)
ggf. 200-300ml Gemüsebrühe

Möhren, die Rübe und die Petersilienwurzel waschen und schälen. Solltet ihr das Gemüse in Bioqualiät kaufen, werft die Schale und Abschnitte keinesfalls weg, sondern gebt sie in einen Topf mit etwa 300 ml Wasser und lasst es köcheln.
Petersilienwurzel, Rübe und Möhren in einigermaßen gleichgroße Stücke schneiden. In 600ml leicht gesalzenem Wasser kochen lassen, das Lorbeerblatt hinzugeben.
Die Bohnen abgießen oder falls ihr getrocknete verwenden solltet, kocht diese nun nach Packungsanweisung, bis sie weich sind.
Sobald das Gemüse bissfest ist, gebt ihr die Bohnen und die Gemüsebrühe hinzu. (Habt ihr die Abschnitte nicht zu Brühe gekocht, nehmt einfach 200ml einer anderen Gemüsebrühe). Den Mangold waschen, die Stilenden abschneiden und Blätter und Stiele in Streifen schneiden. Diese gebt ihr ganz zum Schluss in die Minestrone und schmeckt sie mit etwas Salz und Pfeffer ab.

Welche Hülsenfrüchte mögt ihr besonders gern? Ich bin auf eure Rezepte bei Franzi gespannt!

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Samstag, 20. Dezember 2014

Plötzlich Weihnachten: Chai Sirup

Ich habe es längst geahnt, ihr wisst es bestimmt schon lange: Bald ist Weihnachten. Irgendwo macht es "Poff" und lächerlich wenig Konfetti rieselt von der Decke. Überraschung. Für mich schon. Irgendwie. Ich denke oft an Weihnachten und doch kommt es plötzlich. Warum sind Tage eigentlich so kurz? Ich sitze am Computer und suche nach Weihnachtsgeschenken. Dann wandert mein Blick an den rechten, unteren Bildschirmrand meines Laptops: 19.55 Uhr. Ich muss noch Staub saugen! Springe auf und sauge Staub. Währendddessen singe ich in Gedanken "Macarena" und denke an alles, was ich morgen früh dringend bei der Arbeit erledigen muss. Oh, Arbeit! Ich muss mir noch etwas zu Essen für die Mittagspause kochen. Als ich während des Kochens aus der Küche gehe und kurz Twitter checke, stolpere ich über das Kabel des Staubsaugers, der noch mitten im Zimmer steht. Achso. Räume den Staubsauger weg. Dann suche ich das Handyladekabel, weil der Akku schon wieder leer ist. Ich stöpsele das Handy ans Kabel und googele, warum bei Samsung Galaxy-Handys der Akku eigentlich immer so schnell leer geht. Aus der Küche höre ich zischende Geräusche - das Nudelwasser kocht über. Als ich zwei Stunden später den Herd putze - allapahull asemiha macarena, will pulpahall aleweha cosawena, allapahull alewiha macarena, EEEEY, MACARENA! - fällt mir ein, dass ich ja nach Weihnachtsgeschenken suchen wollte. Stattdessen hole ich all meine Weihnachtszeitschriften aus dem Schrank und gucke, was ich noch backen könnte und was es für mich an Weihnachten zu essen gibt.* Dann gehe ich ins Bett und denke: Morgen aber wirklich.

Zum Glück schreibe ich mir im Laufe des Jahres immer auf, wenn mir eine Geschenkidee für jemanden einfällt. Backen kann man auch spontan und für das Nachdenken über das Weihnachtsmenü habe ich  mindestens eine vierstündige Zugfahrt Zeit. Und zum Glück gibt es Post aus meiner Küche, wo man ganz freundlich gezwungen wird, sich über Weihnachtsleckereien und Geschenke aus der Küche Gedanken zu machen. Yay! Sonst hätte ich vielleicht in diesem Jahr nicht endlich mal Chai Sirup gekocht und das wäre schlimm gewesen. Der ist nämlich so lecker, dass ich ihn mit dem Löffel essen oder als Badezusatz benutzen möchte! Stattdessen eignet sich Chai Sirup prima als Topping für Waffeln oder Pfannkuchen, als weihnachtlicher Hauch in Früchte- oder Apfeltee. Oder ihr kocht damit einen Weihnachtspunsch: Apfelsaft oder Apfel- und Traubensaft erwärmen und etwas vom Chai Sirup hinzugeben.


Für 250 ml leckeren Chai Sirup benötigt ihr folgende Zutaten:

1 Vanilleschote
2 Zimtstangen
3 Sternanis
4 Nelken
1 knappen TL schwarze Pfefferkörner
6 Kardamomkapseln
3 Beutel schwarzen Tee
250g Zucker
500ml Wasser

Den Kardamom und den Pfeffer in einem Mörser etwas zerdrücken. Solltet ihr keinen Mörser haben, könnt ihr Pfeffer und Kardamom auch mit einem breiten Messer auf einem Brett oder der Arbeitsplatte zerdrücken.
Kardamom, Pfeffer, Zimtstangen, Nelken und Anis in einen Kopf geben. Leicht rösten, bis die Gewürze zu duften beginnen.
500ml Wasser und den Zucker hinzugeben. Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark mit der stumpfen Rückseite der Messerklinge ausschaben. Das Vanillemark mit der ausgekratzten Schote in den Topf geben. Aufkochen lassen, ab und an rühren, und dann die Teebeutel hinzugeben. Den Sud nun 10 Minuten leicht köcheln lassen, die Teebeutel nach 5 Minuten herausnehmen. Die Kochplatte ausschalten und den Sirup 30 Minuten mit geschlossenem Topfdeckel ziehen lassen. Danach wird der Sud durch ein feines Sieb gegossen und auf etwa 250ml eingekocht. Wenn es dann etwas mehr ist, ist das gar nicht schlimm. Hauptsache, die Flüssigkeit ist sirupartig.
Kochendheiß in eine sterile Flasche füllen und sofort verschließen.
Ich spüle meine Einkochgefäße immer heiß aus oder lege sie kurz in kochendes Wasser. Anschließend stelle ich sie nochmal für 5-10 Minuten in den 100 Grad heißen Backofen.

*Ich sitze an Weihnachten nicht allein unterm Baum, sondern bin die einzige Vegetarierin der Familie und sorge darum selbst für mein Festmahl. Habt ihr vegetarisch-weihnachtliche Lieblingsrezepte? Bisher bin ich noch nicht fündig geworden ...

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Montag, 8. Dezember 2014

In der Adventsstreberei: Spekulatiuscupcakes

Adventsstreber, der: hat Kinder (sofern vorhanden) sowie Lebenspartnerin/-partner mit einem selbstgebastelten Adventskalender, der liebevoll mit einer individuell ausgesuchten Füllung bestückt wurde, überrascht. Einen pompösen Adventskranz gewunden oder gebastelt, die Kerzen werden beflissentlich an jedem Adventssonntag angezündet. Am 5. Dezember ist eine große Auswahl unterschiedlicher Plätzchen gebacken (Klassiker und was Verrücktes) und sämtliche Freunde und Nachbarn wurden bedacht. Trotzdem sind alle Keksdosen noch randvoll gefüllt. Obwohl der Adventsstreber  während des Backens mindestens 12 Stunden lang Rolf Zuckowskis Weihnachts-CD gehört hat, summt er auch in den kommenden Tagen "In der Weihnachtsbäckerei", ohne das nervig zu finden. Der selbstgebackene Christstollen wird zum ersten Mal am Nikolaustag angeschnitten, um zu testen, ob drei Wochen Durchziehzeit genug waren. Das Farbkonzept für den diesjährigen Weihnachtsbaum steht seit Oktober fest und darauf wird auch die Verpackung der Geschenke abgestimmt, die am 15. Dezember alle beisammen sind. Aber auch nur so spät, weil ein Onlineshop Lieferschwierigkeiten hatte.

Ich bewundere den Adventsstreber. Nebenbei leitet er noch das Kinderkrippenspiel, geht morgens vor der Arbeit zum Yoga, bastelt Weihnachssterne für drei Adventsbasare und plant ein Weihnachtsmenü für mindestens 10 Personen. Drei Gänge, klar. Immerhin habe ich einen Adventskalender gebastelt. Und Spekulatiuscupcakes gebacken.
Spekulatiuscupcakes Weihnachtsbäckerei Advent Rezept Holunderweg18

Soll ich euch etwas verraten? Diese Spekulatiuscupcakes sind erst die zweiten Cupcakes, die ich meinem Leben gemacht habe. Aber ich habe mir ja in Berlin einen Spritzbeutel gekauft (hier nachzulesen) und nun mussten Taten folgen. Die Investition hat sich gelohnt: Ich bin cupcakifiziert! Auch, wenn ich den Spritzbeutel gar nicht bentzt habe. Versucht habe ich es immerhin, aber er wollte nicht so wie ich. Braucht man auch gar nicht, Quatschkram.
Seid ihr auch cupcakifiziert? Und in Weihnachtslaune? Ansonsten lasst euch gerne mit diesen Spekulatiuscupcakes anstecken.
Zutaten für sechs Spekulatiuscupcakes

Teig:
80g Zucker
1 Ei
50g zimmerwarme Butter
100g Mehl
60 ml Buttermilch
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
1/4 TL gemahlene Vanille
Abrieb einer halben Bio-Zitrone
1 großzügiger TL Spekulatiusgewürz

Frosting:
150g Mascarpone
75g Puderzucker
wer mag: etwas Zimt

Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Zucker mit der Butter schaumig schlagen, das Ei hinzugeben und kurz weiterschlagen, bis eine glatte Masse entsteht.
Die Orange waschen und die Schale abreiben. Die Hälfte der Orangenzesten in die Butterzuckermasse geben (die andere Hälfte z.B. mit Zucker vermengen und für leckeren Orangenzucker im nächsten Gebäck aufbewahren). Das Mehl mit den anderen trockenen Zutaten vermengen. Gemeinsam mit der Buttermilch zur Butterzuckermasse geben und mit einem Teigschaber nur so lange vermengen, bis alle Zutaten gerade so miteinander vermischt sind.
Ein Muffinblech mit sechs Papierförmchen bestücken. Den Teig gleichmäßig (etwa 3 EL pro Mulde) auf alle Muffinförmchen verteilen. Ab in den Ofen damit. Achtet nun darauf, den Backofen nicht alle paar Minuten zu öffnen und die Tür dann mit Krawumms zu schließen - das mag der Teig nicht und die Cupcakes werden nicht fluffig, sondern ziemlich kompakt. Nach 18 Minuten dürft ihr einen Blick und die Stäbchenprobe riskieren: Bleibt kein Teig mehr am Zahnstocher oder Schaschlikspieß kleben, könnt ihr die Muffins aus dem Ofen holen. Lasst sie nun auf einem Kuchengitter mindestens 15 Minuten abkühlen.
Siebt in der Zwischenzeit den Puderzucker und schlagt in mit der Mascarpone zu einer fluffigen Masse auf. Sobald die Muffins abgekühlt sind, könnt ihr das Frosting in eine Spritztülle füllen und kreisförmig auf die Muffins aufspritzen oder ihr streicht es mit einem Messer auf die Küchlein. Wer mag, kann am Ende noch etwas Zimt auf das Frosting streuen. 
Spekulatiuscupcakes Rezept Weihnachtsbäckerei Advent Holunderweg18

Vor dem Servieren ist es ganz gut, die Cupcakes etwa 15 Minuten in den Kühlschrank zu stellen. Dann wird das Frosting schön fest und durch die Kühle schmeckt es etwas intensiver. Bilde ich mir ein :)

Ich wünsche euch Schönes

Natalie


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Mandelknusper mit weißer Schokolade & Cranberries

"Hallo, Papa, hier ist Natalie."
"Hallo! Na, wie gehts?"
"Ach, ich war heute in Esslingen. Da gibt es einen ganz großen Weihnachtsmarkt. Es war ziemlich voll. Irgendwie war das komisch und hat sich falsch angefühlt. Zu früh irgendwie."
"Warum?"
"Weißt du, mir war noch nie so wenig nach Weihnachten wie in diesem Jahr."
"Das sagst du jedes Jahr."

Stimmt. Vermutlich bin ich der Grinch. Es ist Anfang Dezember, ich habe keinen Wintermantel, keine Winterschuhe und Weihnachtsgeschenke - trauriges Thema, sprechen wir nicht von. Es ist immer so plötzlich Dezember, das Jahr ist schon vorbei und in diesem Jahr wollte ich doch eigentlich viel früher...  
Glitzer, Lichter, Glühwein und Kekse, die nun Plätzchen heißen, sind zu früh. Vielleicht oder wahrscheinlich bin ich zu spät. Kann man nichts machen. Außer den Grinchmodus ausknipsen. Darum sind hier meine drei erprobten,  wahren und ultimativen Tipps gegen den inneren Weihnachtsmuffel. Mit Gelinggarantie.

* Michael Bublés Weihnachtsalbum anhören.
* Lebkuchen essen.
* "Liebe braucht keine Ferien", "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" oder "Tatsächlich Liebe" anschauen. Um sicherzugehen, sind alle drei Filme ratsam.

Großspurig habe ich neulich verkündet, dass ich keine Weihnachtsplätzchen backen werde. Aber ich konnte nicht anders und habe mich doch langsam herangetastet. Nicht gebacken, aber mit Zimt und Mandeln und ein super Geschenk aus der Küche: Mandelknuspies mit Cranberries. Und Zimt.

Mandelknusper Schokocrossies Weiße Schokolade Mandeln Cranberries Zimt Rezept Geschenke aus der Küche Holunderweg18 Foodblog

Zutaten für etwa 25 Mandelknuspies

200g weiße Schokolade
100g Mandelstifte
1/2 TL Zimt
etwa 40g Cranberries
1 EL Puderzucker

Die weiße Schokolade in Stücke brechen und im Wasserbad schmelzen. 
In der Zwischenzeit eine Pfanne ohne Fett erhitzen und die Mandeln darin anrösten.Sobald sie zu duften beginnen, 1 EL Puderzucker über die Mandeln streuen, alles gut verrühren und leicht karamellisieren lassen. Die karamellisierten Mandelstifte aus der Pfanne in eine Rührschüssel füllen. Die Cranberries hacken und mit dem Zimt zu den Mandeln geben. Einen Bogen Backpapier auf ein Backblech oder die Arbeitsplatte legen. Sobald die Schokolade geschmolzen ist, gießt sie in die Rührschüssel und vermengt alle Zutaten schnell und sorgfältig. Mit zwei Teelööfeln könnt ihr nun die Knuspies formen. Nehmt etwas von der Schokoladenmasse auf einen Teelöffel und streicht sie mit Hilfe des anderen Teelöffels auf das Backpapier. Pro Knuspie könnt ihr je nach Belieben etwa einen Teeflöfel voll Schokomasse aufnehmen, dann haben sie eine schöne Größe.
Lasst die Schokomandelhäufchen nun etwa zwei Stunden trocknen. Dann könnt ihr sie in eine Keksdose oder Zellophantütchen füllen, verschenken oder selbst essen.

Ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk aus der Küche, Mitbringsel zum Adventskaffee oder eine Alternative zu Weihnachtsplätzchen.

Wie sieht es mit eurer Weihnachtlaune aus?


Ich wünsche euch Schönes
Natalie

P.S.: Noch mehr Geschenkideen aus der Küche findet ihr bei Persis von Yumlaut und ihrem aktuellen Blogevent. 

Freitag, 21. November 2014

Thank you for choosing Blogst 14

Ich werfe den Tchibo-Kaffeebecher in die Mülltonne auf dem Bahnsteig. Der Geschmack auf meiner Zunge kann nur bedeuten, dass dort ein kleines, pelziges Tier verstorben ist, das sich ausschließlich von Maggi ernährt hat. Ich habe Sodbrennen und Herzrasen. Auf den Gleisen steht ein Zug, nicht mein Zug, ich hätte in Hannover eigentlich gar nicht umsteigen müssen. Musste ich dann aber doch, irgendwie war eine Achse kurz vor Hannover gebrochen und hier stand ich nun. Zwei Bahn-Mitarbeiterinnen mit albernen roten Kappen rennen hektisch hin und her - der Zugführer, der diesen Zug eigentlich weiterfahren soll, ist noch nicht da. Herzrasen. Zur Beruhigung sage ich ein Mantra auf. Die Wagen- und Sitzplatznummer für den Zug nach Stuttgart, der hoffentlich bald kommt. 6 94 6 94 6 94 6 94 6 94 6 94 6 94 6 94. Ich fühle mich wie bei Lost.
Falls meine Handtasche verloren gehen oder geklaut werden sollte, habe ich meinen Haustürschlüssel in meinen Koffer getan. Nach ganz unten. Fällt mir gerade ein. Hurra. Mein Zug kommt.
Zum Glück konnte ich am Automaten noch einen Sitzplatz für diesen Zug reservieren, im Ruhebereich. Dort ist telefonieren verboten. Kaum hat der Zug die Türen geöffnet, quetschen sich alle in den Zug, befürchtend, dass dieser nur 30 Sekunden hält und man sehr. schnell. einsteigen muss.
Ich stehe im Gang vor den Klos, vor mir etwa 40 Menschen, denen das relativ neue Prinzip der Sitzplatzreservierung noch nicht geläufig ist.
"Entschuldigung, das ist mein Platz!"
"Wieso?"
"Naja, ich habe den reserviert."
Grummelgrummel, betont langsames Sachenzusammensuchen.

Oder auch schön:

"Entschuldigung, das ist mein Platz!"
"Nein, ich glaube nicht!"
"Doch! Ich habe den reserviert! (Kram, wühl, knister) Hier: Wagen 7, Platz 93!"
"... das hier ist Wagen 8."
"Oh... hehe."

Irgendwann haben sich alle beruhigt und einen Platz gefunden. Für meinen Koffer finde sofort einen Platz auf der Kofferablage, meine Sitznachbarin sieht ungefährlich aus - erleichtert sinke ich in den Sitz. Zum Glück muss ich ja nur noch 4,5 Stunden fahren. Ich kuschele mich in die Lehne, alle anderen telefonieren. Schräg links höre ich einen Mann mit Golden Retriever-Welpenstimme sagen: "Ja, ich bin bald da ... Ja, Schatz. Hmhm.... Ist gut, Maus ... Ja, hmhm ... Dann schlaf schön, ne. ... Ja, Schatzi. Tschühüüss! Pfüpfü." Er küsst zwei Mal in den Hörer. Der Kaffee-Maggi-Hamster versucht sich einen Ausweg zu bahnen. Die Dame rechts neben mir erklärt ihrem Handy, dass sie sich das nicht bieten lässt und überhaupt. Im Vierer vor uns sitzen vier junge Herren und vergleichen die Größe ihrer Oberarmtattoos und ihres Alkoholpegels. Ich bin mir sicher, gleich das Geräusch von vier sich öffnenden Jeansreißverschlüssen zu hören. Ruheabteil, Spitzensache. Muss ich sagen.
Ich setze mir Kopfhörer auf und küsse in Gedanken ("Pfüpfü!") den Erfinder dieses wunderbaren Misanthropieberuhigungsapparats. Ist es echt erst wenige Stunden her, dass ich in Hamburg bei der Blogst war? Öff. Ich blättere durch mein Notizbuch, das mich seit zwei Jahren auf Blog-Workshops und Konferenzen begleitet. Es ist fast voll, die Blogst 14 hat ihm den Rest gegeben. Gut so.

Holunderweg18 Blogst14 Bloggerkonferenz Hamburg
 Nach der letzten Blogst war ich sehr euphorisch, hatte etliche neue Leute kennengelernt und war völlig kaputt.
Das war diesmal anders. Auf eine gute Weise. Ich habe viele Gedanken mit auf den Weg bekommen, die mich noch ein wenig beschäftigen werden, habe Kontakte und Bekanntschaften vertieft, was ich sehr schön finde. Blogst ist auch irgendwie Klassenfahrt. Leider mit 200 Leuten, ich habe nicht mal annähernd geschafft, alle kennenzulernen und mit allen zu reden, bei denen ich es mir sehr gewünscht hätte.
Blogst14 Rückschau Zusammenfassung Bloggerkonferenz Hamburg Holunderweg18
Ganz herzlichen Dank an Clara und Ricarda, an die wirklich tollen Speaker, die Sponsoren und alle, die da waren.

Wenn ihr ein bisschen bei Twitter nachlesen wollt, dann schaut euch die Hashtags #blogst14 #mutbloggen und #tumulte an.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Ich bin übrigens um 1.20h in Stuttgart angekommen, musste dann mit etwa 100 Leuten auf Taxigutscheine warten und habe dann um 2:25h auf dem Bürgersteig vorm Haus meinen Koffer ausgeräumt. Der Schlüssel...








Mittwoch, 12. November 2014

Kürbisflammkuchen mit Lauch und Walnüssen

Dieses Rezept wollte ich schon vor einigen Tagen veröffentlichen. Die Bilder waren gemacht, das Rezept getippt, aber dann das Schreckliche: Was soll ich denn sonst noch schreiben? Mir fiel keine Geschichte ein. Ich habe keine Flammkuchengeschichte. Das Rezept einleitungslos posten? Kommt nicht in Frage. Also dachte ich und dachte und dachte. Nix. Ich esse gerne Knuspriges. Und? Nix. Hm. Kürbis? Spitze! Aber sonst? Keine Ahnung. Hat man wohl manchmal. Geht wieder vorbei. Hoffe ich zumindest.
Aber während ich hier sitze, die Teekanne auf dem Stövchen steht und ich Wollsocken trage, denke ich an meinen liebsten Sommerort: Kies knirscht unter den Füßen, man quetscht sich zu fremden Menschen auf eine Bank: der beste Biergarten, den ich mir vorstellen kann. Wenn ich dort die Käsespätzle nicht mehr sehen kann, was ungefähr zwei Mal pro Biergartensaison passiert und nur, wenn wir öfter als einmal pro Woche dort essen gehen (es ist halt so gut!), dann bestelle ich Flammkuchen. Unschaffbar groß ist er. Irgendwann fangen dann die Blätter der Kastanienbäume an, sich zu verfärben und man muss Angst haben, dass die Kastanien auf die Teller fallen. Dann werden die Tische und Bänke bald unter Planen verstaut und der Sommer macht Urlaub. Und der Flammkuchen? Der bitte nicht! Mit Kürbis, Lauch und Walnüssen wird ein prima Herbstschmaus daraus - und eine Geschichte.
Kürbisflamkuchen mit Lauch und Walnüssen einfaches Rezept Holunderweg18 Foodblog

Zutaten für ein Blech:
180g Mehl
80g lauwarmes Wasser
4g Salz
1 TL Trockenhefe

1 Stange Lauch
250-300g Hokkaidokürbis (ca. ein halber kleiner Kürbis)
100g Creme Fraiche
30g gehackte Walnusskerne
etwa 4 Äste Thymian
Salz, Pfeffer

Mehl und Trockenhefe in einer Rührschüssel vermengen. Salz und nach und nach das lauwarme Wasser hinzugeben. Zu einem geschmeidigen Hefetig verkneten. Falls der Teig zu klebrig ist, noch etwas Mehl unterkneten. Die Schüssel mit einem trockenen, sauberen Geschirrtuch abdecken. Der Teig muss nun etwa eine Stunde gehen, bis sich sein Volumen etwa verdoppelt hat.
Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Kürbis aushöhlen und in Stücke oder dünne Spalten und den Lauch in Ringe schneiden. Den Teig auf der gut bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 100g Creme Fraiche auf dem Teig vertreichen. Das Gemüse und die Walnusskerne darauf verteilen und etwa 15 Minuten backen, bis der Teig knusprig ist.
Die Thymianblättchen von den Stängeln abzupfen, auf dem Flammkuchen verteilen und zum Schluss salzen und pfeffern.

Flammkuchen ist kein aufwendiges Gericht, nur das Gehen des Hefeteigs ist zeitintensiv. Man kann den Hefeteig aber zum Beispiel morgens vorbereiten und zum Gehen in den Kühlschrank stellen. So kann man sich nach Feierabend ein schnelles und leckeres Abendessen zubereiten.

Welche Flammkuchen mit Herbstgemüse kennt ihr oder könnt ihr euch vorstellen?

Ich wünsche euch Schönes
Natalie



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