Hat jemand von euch bemekt, dass es letzten Sonntag keinen vegan-und-ohne-Zucker-Rückblick gegeben hat? Nein? Puh, gut. Falls doch: Sorry. Echt. Bei mir haben sich in letzter Zeit aufregende Dinge getan, doch dazu ein anderes Mal mehr. Dafür gibt es heute einen doppelten Rückblick auf meine kleine Challenge mit mir selbst.
30 Tage vegan
In der zweiten Woche war ich mehrmals genervt. Endlich gab es die ersten warmen Tage im Jahr und kein Eis für mich. Auch veganes Eis ist tabu, aufgrund des Zuckers. Aber es geht mir in solchen Momenten so, dass es ich kurz nervig finde, aber dann ist es auch wieder ok.
In den letzten zwei Wochen war ich einige Male unterwegs und konnte Erfahrungen im veganen Reisen sammeln. Wichtigste Erkenntnis: Vorbereitung ist alles. Bei Tagesreisen kann man sich prima Verpflegung für den Zug und unterwegs vorbereiten. Zum Beispiel Milchreis, Hirsebrei, Overnightoats, die gute alte Stulle, Salat, Obst,... In einem Weckglas oder einer Plastik-/Metalldose aufbewahrt, kann man diese Dinge gut mitnehmen. Außerdem sind Nüsse und getrocknetes Obst sehr empfehlenswert, um den Süßjieper zu bekämpfen und schwache Momente zu umgehen. Ich habe seit einiger Zeit immer eine Tüte Studentenfutter in der Tasche. Auch prima ist, sich geschnippeltes Obst einzupacken oder unterwegs welches zu kaufen. Ich habe früher immer den Ratschlag belächelt, man solle bei Appetit auf Süßes einfach etwas Obst essen. Das ist doch kein guter Ersatz - aber ist es wohl! Noch einfacher ist dieser Ratschlag sicher zu beherzigen, sobald Sommerfrüchte wie Melonen oder heimische Erdbeeren und Trauben auf dem Markt sind, aber selbst Äpfel, Birnen oder Ananas helfen über schwache Momente gut hinweg.

Auch das Thema Essen gehen ist ja schon für Vegetarier meistens schwierig, aber erst für Veganer... Auch da ist gute Vorbereitung alles. Ich habe vor meiner Reise im Internet nach veganen Restaurants und Restaurants mit veganem Angebot gesucht und bin fündig geworden. Aber auch wenn man vorher nicht die Gelegenheit hat zu recherchieren, asiatische oder arabische Restaurants bieten oftmals vegane Speisen an - auch durchaus unbewusst, weil einige Speisen dort einfach vegan sind. Ich hatte das Glück in einer Großstadt unterwegs zu sein - in meiner winzigkleinen Heimatstadt habe ich Glück, wenn es eine vegetarische Pizza gibt. Auf jeden Fall weitet sich das vegetarische und auch das vegane Angebot immer weiter aus und vor allem in großen Städten ist es inzwischen kein Problem mehr, leckere und abwechslungsreiche Speisen jenseits von Fleischgerichten zu finden. Und im Zweifelsfall bleibt immer noch Salat - unbefriedigend, aber immerhin wird man satt.
Was ich immer mehr fertig macht, sind die anderen Leute. Die denken nämlich, man wird nicht satt. Um nochmal auf meine minikleine Heimatstadt zu sprechen zu kommen: Selbst da werde ich schon als Vegetarierin gefragt, was ich denn noch essen könne. "Alles außer Fleisch.", lautet dann meine Antwort.
Auch als vegan lebender Mensch ist das Nahrungsangebot jenseits von Sahne, Honig, Milch und Butter mehr als reichhaltig. Klar gibt es einige Speisen, die ich jetzt nicht essen kann. Aber das ist total in Ordnung, es gibt genug anderes, was ich ausprobieren und kochen kann. Wenn ich für mich allein koche, fällt es mir überhaupt nicht auf, dass ich bestimmte Nahrungsmittel nicht esse. Sahne und Co. sind ohnehin seltene Gäste in meinem Kühlschrank.
Im Moment empfinde ich es fast als unvorstellbar, dass mein Experiment eigentlich in einer Woche vorbei ist. Es macht mir total Spaß, noch mehr als sonst über Nahrungsmittel und deren Zubereitung nachzudenken und einfallsreich zu sein. Fest steht, dass ich in Zukunft so weit es möglich ist, auf tierische Produkte verzichten möchte. Beim
letzten Rückblick könnte ich das schon für's Backen sagen, und dieser Vorsatz hat sich gefestigt.
Mindestens 14 Tage 30 Tage ohne Zucker
Genau richtig. Die ersten zwei Wochen ohne Zucker haben mir so gut getan, dass ich gerne zwei weitere dran hänge. Ich habe drei Kilo abgenommen und insgesamt fühle ich mich körperlich besser. Vorher habe ich irgendwie immer meinen Magen gespürt, das fällt mir jetzt erst auf. Seit drei Wochen habe ich ein prima Bauchgefühl.
Weiterhin fällt es mir manchmal unterwegs schwer an Kuchen oder süßen Brötchen vorbeizugehen, aber das ist - wie oben schon gesagt - immer nur ein kleiner Moment, in dem ich "Hmpf" denke und dann ist gut. Ich bin ziemlich stolz, dass ich die ganze Zeit über standhaft bin. Ok, ich habe dreimal mit Agavendicksaft gebacken: Die
beerigen Muffins,
Apfelplunderteilchen und Marmorkuchen. Aber trotz dieser drei Backaktionen habe ich erst 1,5 Flaschen Agavendicksaft verbraucht und ich merke auch bei meinem morgendlichen Sojajoghurt mit Amaranth, dass ich inzwischen viel weniger süße als noch zu Beginn.

Was mich nach wie vor sehr glücklich macht ist, dass ich nach dem Essen nicht mehr den starken Drang nach einer kleinen Süßigkeit habe. Ich bin total gespannt wie es nach den 30 Tagen weitergeht. Ich denke ich möchte beim Backen und im Kaffee weniger Zucker verwenden und auch weiterhin standhaft bleiben, was die Süßigkeiten unterwegs und nach den Mahlzeiten betrifft. Aber ein Eis, mal was Süßes, mit Freunden Kaffee trinken gehen und ein Stück Kuchen dabei zu essen, möchte ich mir gönnen. Wie die erste Cola schmecken wird, darauf bin ich auch gespannt.
Kulinarische Entdeckungen der Woche(n):
Avocado: Ich dachte immer, ich mag keine Avocados..
Hafermilch: Super lecker.
Dinkel: Statt Nudeln, Reis, Couscous,... irgendwie öko, aber schmacko. Wird ins Repertoire integriert.
Fazit der Woche(n): Vorbereitung ist alles.
Ich wünsche euch Schönes
Natalie